Unternehmensnachfolge

Die Unternehmensnachfolge bzw. die Nachfolgeregelung ist eine der schwierigsten Aufgaben des Unternehmers. Zunächst muss der Unternehmer sich klar machen, dass das Leben endlich ist, dass der Ruhestand auch seine schönen Seiten hat, wann er bereit ist, den Ruhestand anzutreten und dem Nachfolger Platz zu machen. Es geht um nicht weniger, als das Lebenswerk in gute Hände zu geben. Die Suche eines Unternehmensnachfolgers gestaltet sich in den meisten Fällen nicht einfach. Die Medien berichten immer wieder, dass Unternehmer verzweifelt einen Nachfolger suchen. Ausreichend Zeit zu haben, ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge. Dabei müssen Antworten auf viele Fragen, die das Steuerrecht, das Erbrecht, die Erbschaftsteuer, das Arbeitsrecht, das Gesellschaftsrecht betreffen, gefunden werden. Mit der Suche nach einem Unternehmensnachfolger sollte man schon mehrere Jahre vor dem geplanten Ruhestand beginnen. Das hört sich unerhört lange an, doch die Praxis zeigt, dass 10 Jahre ein sehr realistischer Zeithorizont sind. Allein schon deshalb, um die vorher angesprochenen steuerlichen Freibeträge mehrfach nutzen zu können. Aber auch die operative Suche nach einem Nachfolger und die oft notwendige bilanzielle Vorbereitung des Unternehmens benötigen meist mehr Zeit, als man sich anfangs vorstellt. Nehmen Sie sich die Zeit, um nicht zum Schluss zu unüberlegten Schnellschüssen gezwungen zu werden. Denken Sie dabei nicht nur an das Alter des Nachfolgers, sondern auch an Ihr Alter, Ihr Wohlbefinden und die Möglichkeit von Unfällen oder Krankheiten! Unternehmer sind Strategen – beweisen Sie es!

Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater nehmen sich gern die Zeit, um mit Ihnen über diese sensiblen Themen zu sprechen. In einen Vorabgespräch informieren wir Sie über die wichtigsten Punkte und den möglichen Zeitablauf zur Planung der Unternehmensnachfolge.

Die Planung der Unternehmensnachfolge ist nie frei von Emotionen. Konflikte in der Familie oder mit den Gesellschaftern sind keine Seltenheit. Noch schwieriger wird es, wenn die eigene Altersversorgung im Wesentlichen auf dem Unternehmen und seinen Vermögenswerten baut. Ein externer Berater für Unternehmensnachfolge schätzt manche Situationen objektiver ein und kann zwischen verschiedenen Parteien vermitteln und Ihnen den Rücken freihalten, denn das operative Tagesgeschäft muss zum Vermögenserhalt optimal fortgeführt werden.

Ablauf der Unternehmensnachfolge

Der Ablauf zur Planung der Unternehmensnachfolge lässt sich mit der Vorbereitungsphase, der Planungsphase, der Umsetzungsphase und der Übergabephase gut beschreiben.

In der Vorbereitungsphase setzen Sie sich intensiv mit der Unternehmensnachfolge auseinander. Die bestehende Altersversorgung und die finanzielle Absicherung der Familie werden analysiert. Über Testament und Erbvertrag als Absicherung wird offen diskutiert, wobei auch das „Unternehmertestament“ für den Notfall nicht ausgespart wird. Welche Voraussetzungen muss der Nachfolger im Unternehmen mitbringen und woher soll er kommen – aus der Familie, aus dem Unternehmen oder von außerhalb des Unternehmens? Welche Defizite bei Wissen und Erfahrung können toleriert werden und durch geeignete Maßnahmen erworben werden?

In der Planungsphase wird der Zeitplan für die Unternehmensnachfolge und Unternehmensübergabe fixiert. Welcher Kaufpreis wird angestrebt und worauf gründet er sich? Dazu belastbare Informationen liefern Unternehmensbewertung und Due Diligence. Wie soll das Unternehmen übergeben werden? Die unentgeltliche Unternehmensübergabe mit den Instrumenten der Schenkung, vorweggenommenen Erbfolge und Erbschaft kommt oft nur für Familienmitglieder in Frage. Für die entgeltliche Übergabe kommen Pacht, Rente, Finanzierung oder Verkauf gegen Einmalzahlung, in Betracht. Bei einem externen Unternehmensnachfolger bieten sich Verkauf, Verpachtung oder Management-Buy-Out (MBO), Management-Buy-In (MBI), Stiftung an. Der Zeitaufwand zur Vorbereitung aller Formalitäten der Unternehmensübergabe und für die Transaktionsfinanzierung kann beträchtlich sein.

Rechtsanwälte kennen den Fakt „Gesellschaftsrecht bricht Erbrecht“. Sichern Sie die Unternehmensnachfolge ab! Für die angestrebte Unternehmensnachfolge werden bestehende Gesellschafterverträge, ein bestehender Ehevertrag, der Erbvertrag, das Testament geprüft und angepasst. Unter Umständen steht eine Änderung der Unternehmensrechtsform an, um die Nachfolge sicherzustellen.

In der Umsetzungsphase begleitet Sie der Unternehmensnachfolger im Unternehmen. Er lernt die Abläufe, die Unternehmensorganisation, die leitenden Angestellten und Mitarbeiter, die wichtigsten Kunden und Lieferanten kennen. Klären Sie Ihren Nachfolger über Besonderheiten im Unternehmen auf, was die Kunden besonders am Unternehmensangebot schätzen, worauf der Wettbewerbsvorteil basiert. Dieses Vorgehen steigert das Vertrauen in die versprochenen zu übergebenden Geschäftsbeziehungen und somit den Kaufpreis!

Die Übergabephase ist die Unternehmensübergabe. Der Nachfolger übernimmt die unternehmerische Verantwortung! Hierbei werden dann die praktischen detaillierten Zahlungs- und Übergabekonditionen in Verträgen und Praxis angepasst und umgesetzt.

Due Diligence - die umfassende Unternehmensprüfung

Die klassische Unternehmensbewertung ermittelt anhand der vorhandenen Daten im Rechnungswesen einen Kauf- bzw. Verkaufswert für das Unternehmen. Dabei bedient sich bewährter Bewertungsverfahren wie dem Ertragswertverfahren, dem Discounted-Cash-Fow-Verfahren oder der Multiplikatormethode.

Der Käufer des Unternehmens erhält bei der klassischen Unternehmensbewertung keinerlei Informationen zum Potential seiner Akquisition oder zu den Risiken.

Während Sie mit Ihrem Unternehmen gut vertraut sind, so manche Schwachstellen und auch die Stärken kennen, hat ein externer Unternehmensnachfolger bzw. der Käufer des Unternehmens ein großes Informationsdefizit. Mit Due Diligence sorgen Sie für eine weitgehende Informationssymmetrie zwischen Käufer und Verkäufer. Chancen und Risiken treten deutlicher hervor und Sie können die Gefahr möglicher teurer Rechtsstreitigkeiten, zu Haftungsfragen, Mietverträgen, Lizenzen, Patenten, reduzieren. Aber auch bei diesem Vorgehen ist die Erfahrung und Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge bedeutend! Nur wer die richtigen Fragen stellt, kann die richtigen Antworten erhalten. Wie beantwortet man gestellte Fragen aber so, dass möglichst nur das gefragte beantwortet wird? Wie behält man bei einem objektiven Verfahren die Oberhand?

Abhängig von Art und Umfang des Prüfungsauftrages, können die Ergebnisse der Due-Diligence-Prüfung schon nach einigen Tagen vorliegen oder auch erst nach einigen Monaten. Die Arbeiten zu Due Diligence werden in einem Beratungsgespräch mit dem Wirtschaftsprüfer vorab besprochen und festgelegt. Der Abschluss von Verschwiegenheitserklärungen zum Schutz von Unternehmensgeheimnissen gehört ebenso dazu, wie der Umgang mit dem „Data Room“ – einer Cloud, in der Informationen geschützt vor unkontrolliertem Zugriff offen gelegt werden können.

Commercial Due Diligence - Durch systematische Analyse zur Unternehmensstrategie, des Wettbewerbsumfeldes, Marktstellung, der Wachstumschancen kann die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens besser beurteilt werden. Die Commercial Due Diligence ist vor allem für Branchenfremde empfehlenswert.

Tax Due Diligence - Das Unternehmen wird auf steuerliche Risiken untersucht. Tax Due Diligence prüft sämtliche Steuerbescheide, die Steuerbilanzen, die Gewinnabführungsverträge, den Bereich der Umsatzsteuer, die Verrechnung der Verlustvorträge, die Berichte der Betriebsprüfungen und bestimmt das Risiko und das Ausmaß möglicher Steuernachzahlungen.

Legal Due Diligence - Im Rahmen der Legal Due Diligence werden die rechtlichen Aspekte hinsichtlich Verpflichtungen, Risiken und anhängigen Rechtsstreitigkeiten geprüft. Dazu gehören u.a. Mietverträge, Pachtverträge, Leasingverträge, arbeitsrechtliche Belange, Kunden- und Lieferantenvereinbarungen, Haftungsrisiken.

Financial Due Diligence - Die finanzielle und wirtschaftliche Unternehmenssituation bestimmt im erheblichen Maß den Kaufpreis. Financial Due Diligence schaut tief in das Rechnungswesen und in die Jahresabschlüsse des Unternehmens, bewertet die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, bringt stille Reserven und Lasten ans Licht, analysiert und plausibilisiert die Unternehmensplanung

Es gibt noch viele weitere Arten der Due Diligence-Prüfungen wie Vendor Due Diligence, IT Due Diligence, Environmental Due Diligence, Technical oder Gebäude Due Diligence … Unsere Kanzleien verfügen über viele mit all diesen Transaktionen erfahrene Berater und Gutachter. Sie alle arbeiten bei der Due Diligence in Ihrem Auftrag eng zusammen, um Ihnen eine exzellente Expertise zu erstellen und Sie optimal bei Ihren Entscheidungen zu unterstützen.

Transaktionsfinanzierung

Die Übernahme des Unternehmens wird oft finanziert. Die Kaufsumme liegt in den meisten Fällen deutlich über den im Unternehmen vorhanden Sicherheiten (wie Grundstücke, Immobilien, Patente, Maschinen), die von Kreditgebern allgemein akzeptiert sind. Es müssen zusätzliche Finanzierungsquellen erschlossen werden. Das Finden einer Institution oder Bank, die das Risiko der Fremdfinanzierung übernimmt, vereinfacht die Finanzierung der Unternehmensübernahme. Die Transaktionsfinanzierung wird aus unterschiedlichen Quellen gespeist – aus Eigenmitteln des Käufers, aus finanziellen Mitteln der Wirtschaftsförderung und aus zusätzlichem Kapital von Banken und Beteiligungsgesellschaften.

Unsere erfahrenen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer helfen Ihnen bei der bilanziell und steuerlich optimalen Transaktionsfinanzierung und bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente.

Unsere Leistung zur Unternehmensnachfolge

  • Informationsgespräch zum Ablauf und zur zeitlichen Planung der Unternehmensnachfolge
  • Beratung und Begleitung der Unternehmensnachfolge
  • Unternehmensbewertung
  • Due Diligence
  • Finanzierungsberatung
  • Transaktionsfinanzierung
  • Unternehmensübergabe
 
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